KMU sind Wachstumstreiber im Geschäftsreisemarkt

Eine Person in weißem Hemd hält ein Tablet in beiden Händen und tippt mit dem Zeigefinger auf ein Balkendiagramm, das auf dem Display zu sehen ist. Im Hintergrund ein heller, verschwommener Büroflur.©GettyImages

Die deutsche Wirtschaft verharrt seit rund drei Jahren zwischen Rezession und Stagnation. Trotzdem steigt die Zahl der Geschäftsreisen spürbar an – um 8,3 Prozent auf rund 116 Millionen Reisen im Jahr 2025. Kleine und mittlere Unternehmen mit zehn bis 500 Beschäftigten (KMU) prägen laut VDR (Verband Deutsches Reisemanagement) die Marktentwicklungen: Ihre Reisetätigkeit nimmt mit einem Plus von 5,6 Prozent fast fünfmal so stark zu wie bei Großunternehmen. Mehr als drei Viertel aller Geschäftsreisen (90,3 Millionen) gehen auf ihr Konto. Bei den Kosten ist das Verhältnis umgekehrt: 37,5 Milliarden Euro geben KMU für Geschäftsreisen insgesamt aus. Prozentual wachsen ihre Kosten mit 2,7 Prozent weniger stark als bei Großunternehmen (+4,9 Prozent) und deutlich langsamer als die Anzahl ihrer Reisen. Sie reisen unter höherem Kostendruck kürzer, günstiger und stärker inlandsfokussiert, begründet die aktuelle Geschäftsreiseanalyse 2026.

Mehr Geschäftsreisen in Europa und häufiger per Bahn

Das Wachstum bei den Geschäftsreisen deutscher Unternehmen kommt ausschließlich durch Europa. Der Anteil ins europäische Ausland steigt von 24 auf 30 Prozent, während Reisen in den Rest der Welt auf dem Vorjahresniveau bleiben. 58 Prozent aller Geschäftsreisen finden im Inland statt, bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es 70 Prozent und ihr Europa-Anteil wächst auf 26 Prozent. Auch der Mobilitätsmix verändert sich: Die Bahn überholt das Flugzeug auf Inlandsstrecken deutlich und erreicht einen Nutzungsanteil von 52 Prozent. Inlandsflüge gehen auf 13 Prozent zurück, auch, weil das innerdeutsche Flugangebot gesunken ist.

Unternehmen reisen deutlich effizienter

Wie die Geschäftsreiseanalyse zeigt, reisen Unternehmen häufiger aber gleichzeitig auch effizienter: Die durchschnittlichen Kosten pro Reise sinken um 4,8 Prozent auf 418 Euro. Der Zuwachs bei Bahnreisen sorgt trotz zunehmendem Europa-Verkehr für sinkende Transportkosten. Was allerdings im Gegenzug massiv steigt, sind die Kosten für Übernachtung (von 25 auf 35 Prozent) und Verpflegung (von 15 auf 21 Prozent). Damit verschiebt sich der Kostenschwerpunkt der Geschäftsreise: Weg vom Transport, hin zum Aufenthalt vor Ort.

Die VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026 basiert auf 800 befragten Travel Managern in Deutschland.

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