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Doing Business in Zürich

Doing Business in der Schweiz

Das Geschäft mit schweizerischen Unternehmen ist von hoher Professionalität geprägt. Das berufliche Umfeld ist eher konservativ und stark reglementiert. Organisation und Planung machen den Geschäftserfolg der Eidgenossen aus, weniger ausgeprägt sind Flexibilität und Improvisation. Schweizer meiden Risiken. Um sie für neue Pläne oder Verfahren zu gewinnen, benötigen Sie substanzielle Informationen und überzeugende Argumente. Schweizer sind loyale Geschäftspartner, die stets eine gewisse Distanz wahren. Der Umgangston in der Schweiz ist sehr höflich und zuvorkommend, manchmal sogar so höflich, dass Konflikte nicht direkt angesprochen werden.

Business Knigge Zürich

Dos - Darauf sollten Sie achten

Bleiben Sie stets höflich…
Ihre Gesprächspartner werden es auch sein. Mit Konfrontationen werden Sie in der Schweiz kaum zum Geschäftserfolg kommen.

 

Geduld ist eine Tugend
die bei Schweizern hoch im Kurs steht. Drängen Sie Ihre Verhandlungspartner nicht und lassen Sie Ihnen auch während Verhandlungen immer wieder kurze Pausen zum Abwegen und Nachdenken.

 

Bringen Sie ausreichend Visitenkarten mit…
Auch die Sekretärin oder die Rezeptionistin erwarten es, Ihre Karte zu erhalten.

 

Merken Sie sich gut die Namen Ihrer Gesprächspartner…
Schweizer haben ein exzellentes Namensgedächtnis.

Don'ts - Das sollten Sie vermeiden

Themen, die beim Smalltalk tabu sind…
Dazu gehören Geld, das Dritte Reich, die Schweizer Banken und Nummernkonten.

 

Angeberei und Übertreibungen…
werden in der Schweiz überhaupt nicht geschätzt. Setzen Sie lieber auf gepflegtes Understatement.

 

den Schweizer Dialekt zu imitieren…
Das wirkt peinlich und kann im schlimmsten Fall sogar als Beleidigung aufgefasst werden.

 

keine Termine während der Mittagszeit
zwischen 12 und 14 Uhr an. Der Lunch ist in der Schweiz die wichtigste Mahlzeit.

Erstes Treffen mit den Geschäftspartnern

Termine beginnen in der Regel frühzeitig. Da die Schweizer sehr pünktlich sind, sollten Sie rechtzeitig zu einer Verabredung erscheinen. Insbesondere im deutschsprachigen Teil des Landes kann bereits eine fünfminütige Verspätung den Geschäftspartner verärgern. Das Mittagessen ist in der Schweiz die Hauptmahlzeit und wird zwischen 12 und 14 Uhr eingenommen. Ihr erstes Treffen mit dem eidgenössischen Geschäftspartner sollten Sie deshalb nicht in diese Zeit legen.

 

Die richtige Begrüßung

Wie in Deutschland erfolgt die Begrüßung mit einem Handschlag. Treffen Sie eine Gruppe, so sollten Sie warten, bis Sie vorgestellt werden. Grundsätzlich wird die gesellschaftlich oder in der Hierarchie weiter unten stehende Person der höheren vorgestellt, der Jüngere dem Älteren und der Herr der Dame. Üblich ist die Anrede mit „Frau“ oder „Herr“ in Verbindung mit dem Nachnamen. Im Gegensatz zum Nachbarn Österreich legen die Schweizer keinen übertriebenen Wert auf akademische und berufliche Titel. Aber es ist eine Frage der Höflichkeit, einen Doktor oder Professor zumindest zu Beginn mit dem Titel anzusprechen. Die Eidgenossen haben ein gutes Namensgedächtnis und erwarten das auch von Ihnen.

 

Visitenkarten

Akademische Qualifikationen müssen nicht auf der Visitenkarte stehen, wichtiger ist der Rang in der Unternehmenshierarchie. Bringen Sie auf jeden Fall ausreichend Visitenkarten mit, da sie an jeden Geschäftspartner weitergegeben werden. Auch die Sekretärin oder Rezeptionistin erhält eine bei der Ankunft.

Geschenke, vor allem wenn sie sehr großzügig sind, können leicht als übertrieben oder als Bestechungsversuch ausgelegt werden. Lassen Sie daher Ihren Geschäftspartner als erstes ein Geschenk überreichen. Eventuell empfiehlt es sich, verschiedene Geschenke mitzubringen, um darauf angemessen reagieren zu können.

 

Verabschiedung ohne Fauxpas

Wie bei der Begrüßung reicht man sich auch bei der Verabschiedung die Hand. Nur wenn man sich schon gut kennt – zumindest im deutschsprachigen Teil des Landes – werden auch Wangenküsse und Umarmungen ausgetauscht. Auf keinen Fall sollten Sie sich mit dem Wort „Tschüss“ verabschieden. Das ist der freundschaftlichen Ebene vorbehalten und wird nur gesagt, wenn man per Du ist. Die korrekte Verabschiedung ist entweder „Auf Wiedersehen“ oder die Mundart-Kurzform „Adé“.

 

Sprachliche Missverständnisse

Obwohl Deutsche und Deutschschweizer eigentlich die gleiche Sprache sprechen, ist sie vielfach der Grund für Missverständnisse. Denn Schweizerdeutsch ist für die meisten Deutschschweizer mehr als ein Dialekt, es ist ihre Muttersprache. Hochdeutsch wird zwar in der Schule gelernt, allerdings werden die Kenntnisse im Alltag kaum angewendet. Die Schweizer fühlen sich deshalb eloquenten Deutschen in Diskussionen manchmal unterlegen. Was zu der absurden Situation führen kann, dass Schweizer in Meetings mit Deutschen Englisch als Verhandlungssprache vorschlagen.

Wenn Sie kein Schweizerdeutsch sprechen, dann versuchen Sie es auch nicht. An jedes Wort ein -li anzuhängen ist peinlich, denn Schweizer tun das auch nicht. Auch sollten Sie vermeiden, Schweizerdeutsch als niedlich zu bezeichnen, das hören die Eidgenossen gar nicht gerne. Sprechen Sie „Grüezi“ und den Züricher Stadtberg „Üetliberg“ mit einem stimmhaften, etwas langgezogenen „e“ aus. Das ist korrekt und hinterlässt einen positiven Eindruck.

Unser Tipp: Im Online-Wörterbuch Glosbe finden Sie zahlreiche Begriffe des Alltags in ihrer schweizerdeutschen Übersetzung.

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So gelingt der sympathische Gesprächseinstieg in der Schweiz

Egal wie eilig es ist, ein paar Worte zum persönlichen Wohlbefinden müssen vorab sein. Smalltalk zu Beginn einer Geschäftsbesprechung ist durchaus üblich. Privates und Berufliches wird in der Schweiz streng getrennt. Daher sind persönliche Fragen zu Alter, Religion oder zivilem Status nicht angebracht. Willkommene Gesprächsthemen sind Reisen in die Schweiz, Bau- oder Kunstdenkmäler, berühmte Persönlichkeiten und Wintersport. Auch ein Lob für die erfolgreichen Weltkonzerne der Schweiz – Glencore (Rohstoffe), Nestlé (Lebensmittel), Roche und Novartis (Pharma) – kommt sicherlich gut an, wenn es keine Mitbewerber sind.

 

Tabus: Schweizer mögen es nicht, wenn Sie beim Smalltalk auf die Themen Geld, Drittes Reich, Schweizer Banken oder Nummernkonten angesprochen werden. Meiden Sie diese Themen unbedingt. Auch sollte die Alpenrepublik nicht als „kleiner Nachbar“ Deutschlands bezeichnet werden. Weitere kritische Themen sind das Bankgeheimnis oder ein möglicher EU-Beitritt der Schweiz.

 

Zielgerichtete Diskussionen auf Augenhöhe

Die Eidgenossen bleiben in Besprechungen gradlinig und bemühen sich, die Position des Geschäftspartners zu verstehen. Ihr Ziel ist eine gleichberechtigte Partnerschaft und ein gegenseitiger Nutzen. In Schweizer Unternehmen sind die Hierarchien daher sehr flach. Das spiegelt sich auch im Umgang mit Vorgesetzten wider. Üblich ist ein kooperativer Führungsstil: Es wird mehr diskutiert und zugehört. Das mag Prozesse zwar verlangsamen, Entscheidungen werden dadurch aber besser akzeptiert. Jede Besprechung hat eine detaillierte Agenda, die streng eingehalten wird. Diskussionen sind offen, aber zielgerichtet. Es wird erwartet, dass die Beiträge zu einem Konsens oder einer Lösung führen.

Duzen ist kein Freundschaftsbeweis
Trotz aller Zurückhaltung wird in der Schweiz gerne und schnell geduzt – über alle Hierarchien hinweg. Diese werden dadurch aber nur scheinbar aufgehoben. Erfreuen Sie sich am freundschaftlichen Umgangston, seien Sie aber nicht zu kumpelhaft. Ein Du macht noch keine besten Freunde.

Verdeckte Aufforderungen
Befehle sind im Business-Leben ungewöhnlich. Denn der Schweizer fühlt sich ungern als Befehlsempfänger und teilt sie auch nicht gerne aus. Man bittet lieber höflich um etwas. Diese Bitte ist dann allerdings als Anweisung zu verstehen.

Mit kleinen Schritten zum Erfolg
Legen Sie in Diskussionen vor dem Sprechen eine Höflichkeitspause ein. Damit geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit, sich auf Sie einzustellen. Handelt es sich um eine innovative Idee, tasten Sie sich in kleinen Schritten heran und beobachten Sie die Reaktion Ihres Gesprächspartners. Mit kleinen Häppchen kommen Sie weiter, als wenn Sie ihn mit zu vielen Ideen überfluten. Bei Verhandlungen favorisieren Schweizer eine klare Sprache. Der Preis spielt dabei eine weniger wichtige Rolle als in vielen anderen Ländern.

Kooperation statt Konfrontation
Deutschen wird häufig eine sehr direkte Art zugeschrieben. Das kommt in der höflichen Schweiz nicht gut an. Die Eidgenossen entschuldigen Sie viel häufiger wegen tatsächlicher oder vermeintlicher Fehler, als das in Deutschland üblich ist. Die Schweizer stehen in dem Ruf, nie aggressiv oder fordernd zu wirken. Ihr ruhiges Selbstbewusstsein sowie die Qualität ihrer Waren und Dienstleistungen gibt ihnen eine gute Verhandlungsposition. Eine aggressive Diskussionskultur erzeugt bei den Schweizern Ratlosigkeit. Konflikte sollten auf keinen Fall offen und laut ausgetragen werden. Gehen Sie diplomatisch vor – mit Kooperation kommen Sie weiter als mit Konfrontation.

 

Regionale Unterschiede

Neben Deutsch zählen Französisch, Italienisch und Räteromanisch zu den vier Amtssprachen des Landes. Um keine der vier Sprachen zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen der Schweiz „CH“. Das steht für Confoederatio Helvetica und ist die lateinische Bezeichnung der Eidgenossenschaft. In 19 der 26 Schweizer Kantone wird Deutsch gesprochen. Je nach Landeskultur variieren die Gepflogenheiten im geschäftlichen Umgang. So legen die Eidgenossen in der französischen und italienischen Region zwar auch Wert auf Pünktlichkeit, gehen allerdings etwas entspannter mit der Zeit um und tolerieren kleine Verspätungen eher. Auch bei der Begrüßung und Verabschiedung sind dort Wangenküsse und Umarmungen weitaus üblicher. Während die deutsch und französisch sprechenden Schweizer analytisch und konzeptionell sind und Wert auf empirische Beweise legen, denken die italienischsprachigen eher assoziativ und entscheiden gefühlsorientierter.

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Im Gegensatz zum Business-Lunch sind abendliche Geschäftsessen formeller und eleganter. Wenn Sie die Einladung aussprechen, achten Sie darauf, dass die Location nicht zu pompös wirkt. Denn auch hier gilt: Angeben ist unerwünscht, lieber Zurückhaltung üben. Laden Sie auch die Ehegattin oder Lebensgefährtin Ihres Businesspartners dazu ein und sprechen Sie nur dann über Geschäftliches, wenn er damit beginnt. Der Sitzplatz im Restaurant kann frei gewählt werden.

Schweizer schätzen einen Aperitif vor dem Dinner. Während des Abendessens wird Wein oder Bier getrunken. Die lokalen Weine sind sehr gut, außerhalb des Landes aber wenig bekannt. Angestoßen wird eigentlich nur bei besonderen Gelegenheiten wie Hochzeiten oder Geburtstagen und unter Freunden und in der Familie. Bei geschäftlichen Anlässen bleibt es beim Zuprosten.

Die Rechnung bezahlt derjenige, der reserviert hat. Der Service ist im Preis enthalten. Trinkgeld zu geben ist keine Pflicht. Wenn man mit dem Speisen und Service zufrieden ist, wird es auf den Tisch gelegt. Üblich sind 10 Prozent des Rechnungsbetrags.

 

Private Einladungen

Ähnlich wie in Deutschland ist die private Einladung in das Haus eines Schweizers eher selten und kann durchaus als Zeichen der Wertschätzung verstanden werden. Erscheinen Sie auch dazu auf jeden Fall pünktlich. Ein Gastgeschenk ist angebracht, wird aber nicht unbedingt erwartet. Blumen, eine gute Flasche Wein oder Pralinen aus einer edlen Confiserie sind willkommene Geschenke. Gerade bei der ersten Einladung ist Zurückhaltung angesagt. Vergessen Sie aber nicht, das Essen und die Wohnung ausgiebig zu loben. Nach der Einladung sendet der Gast einen handschriftlichen Dank an die Gastgeber.

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Unsere Restaurant-Tipps für Zürich

Traditionell
Die Kronenhalle ist eines der angesagten Restaurants in Zürich und das seit 1924. Hier trafen sich schon Schauspieler, Maler und Dichter. Zu den bekannten Gästen zählten Pablo Picasso, Andy Warhol, James Joyce, Friedrich Dürrenmatt und Günter Grass. Die Kronenhalle bietet gutbürgerliche Hausmannskost auf sehr hohem Niveau.

Italienisch
Seit bald 30 Jahren setzt das Orsini auf Tradition und Qualität. Das Restaurant gehört zum bekannten Hotel Savoy Baur en Ville in der Bahnhofsstraße. Original sizilianische Gerichte werden im La Zagra serviert. Bei dem Edel-Italiener im Stadtteil Riesbach am Zürichsee kann man bei schönem Wetter auf der Terrasse speisen.

Vegetarisch
Laut Guinness World Records ist das 1898 gegründete Haus Hiltl das erste vegetarische Restaurant der Welt. Neben dem À-la-carte-Restaurant und dem Hiltl-Kochatelier lädt das beliebte Buffet mit über 100 hausgemachten Spezialitäten auch zum Take-away ein. Nachts verwandelt sich der Vegi-Tempel in den Club Hiltl.

 

Kulinarische Köstlichkeiten

Die Schweizer Küche verbindet Einflüsse aus der deutschen, französischen und norditalienischen Küche und ist regional sehr unterschiedlich. Das Käsefondue gilt als Schweizer Nationalgericht und wird nur in der kalten Jahreszeit gegessen. International bekannt ist die Schweiz auch für ihr Rösti aus geriebenen „Gschwellti“ (Pellkartoffeln) oder rohen Kartoffeln. Das Birchermüsli aus Haferflocken, Zitronensaft, Kondensmilch, geriebenen Äpfeln sowie Haselnüssen und Mandeln wurde um 1900 vom Schweizer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Brenner entwickelt. Der Ruf der Schweizer Schokolade ist exzellent.