Seoul in Südkorea
Doing Business in Seoul

Doing Business in Südkorea

Obwohl die Republik Korea auf den ersten Blick sehr westlich wirkt, gibt es große kulturelle Unterschiede. Die Kommunikationsrituale und Geschäftsgepflogenheiten der Koreaner sind für ausländische Geschäftsleute nicht immer leicht zu verstehen. Entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist die persönliche Beziehung. Ohne sie geht gar nichts. Um ein gutes Verhältnis aufzubauen, müssen die Hierarchien beachtet werden, und alles, wodurch der Gesprächspartner sein Gesicht verlieren könnte, ist unbedingt zu vermeiden. Koreaner gelten als verlässliche, aber auch trickreiche Geschäftspartner. Sie sind Emotionsmenschen, die durchaus zu Gefühlsausbrüchen fähig sind.

Business Knigge Seoul

Dos - Darauf sollten Sie achten

Immer mit zwei Händen 
Visitenkarten oder Geschenke von Koreanern nehmen Sie stets mit zwei Händen in Empfang. Das wird als eine Geste der Wertschätzung angesehen.

 

Schuhe ausziehen
In den meisten Restaurants und vor allem in privaten Wohnungen oder Häusern müssen die Schuhe ausgezogen werden. Üblicherweise hält man dort für Gäste Hausschuhe bereit.

 

Nicht alles aufessen
Bei privaten Essenseinladungen kann man ruhig ordentlich zulangen, sollte aber immer einen Anstandsrest in den Schüsseln lassen. Der Gastgeber fühlt sich sonst verletzt, weil er offensichtlich nicht genug zubereitet hat.

 

Keine weißen Blumen
Die Farbe Weiß gilt in Korea als Trauerfarbe, weshalb weiße Blumen beim Verschenken tabu sind. Auch als Geschenkpapier eignet sich die Farbe Weiß nicht. Rote und goldene Verpackungen kommen hingegen immer gut an.

Dont's - Das sollten Sie vermeiden

Politische Themen
Die Beziehungen zu Nordkorea sprechen Sie besser nicht an und zu viel Lob für Japan oder China kommt wegen der Geschichte des Landes auch nicht gut an.

 

Nase putzen
Schnäuzen Sie sich nicht öffentlich die Nase. Dieses Verhalten wird als äußerst vulgär wahrgenommen.

 

Erhobener Zeigefinger
Winken Sie niemals jemanden mit erhobenem Zeigefinger heran. Das stellt in Korea eine Beleidigung dar.

 

Linke Hand
Die Benutzung der linken Hand im Kontakt mit anderen gilt in Korea als unhöflich. Man sollte beim Geben oder Nehmen immer die rechte Hand benutzen.

Erstes Treffen mit den Geschäftspartnern

Planen Sie Geschäftstermine lange – mindestens drei bis vier Wochen im Voraus. Unangemeldet bei einem südkoreanischen Geschäftspartner zu erscheinen, wird als sehr unhöflich empfunden. Die Arbeitszeiten sind unseren ähnlich, setzen Sie ein Meeting möglichst zwischen 9 und 17 Uhr an. Sehr hilfreich für erfolgreiche Verhandlungen ist ein Verbindungsmann, der Sie vorstellt und später als Mittler fungieren kann. Seien Sie bei Ihrem ersten Treffen pünktlich, das wird von Ihnen auf jeden Fall erwartet.

 

Die richtige Begrüßung

Die Begrüßung hat in Korea einen höheren Stellenwert als in westlichen Ländern. Denn durch die gegenseitige Vorstellung wird man vom Fremden zum Bekannten. Üblich ist eine leichte Verbeugung, die Arme bleiben dabei seitlich am Körper liegen. Je tiefer man sich verbeugt, desto größer ist die Hochachtung vor dem anderen. Den Hierarchieebenen entsprechend muss sich der Rangniedere vor dem Ranghöheren verbeugen. In der Geschäftswelt ist es heute auch gebräuchlich, sich die Hand zu geben. Der Augenkontakt ist dabei zwingend erforderlich. Sprechen Sie immer zuerst den Ältesten in einer Gruppe an, er ist in der Regel auch der Ranghöchste. Auch für Frauen gibt es keine Vorzugsbehandlung.

In Südkorea gilt nicht „Ladies first“, sondern „Older first“. Sich nur beim Vornamen zu nennen, wirkt unhöflich. Sprechen Sie Ihre Gesprächspartner mit vollem Namen und Jobtitel an. Es wird von Koreanern gerne gesehen, wenn man ein paar Worte ihrer Sprache kennt. Ein koreanisches „Guten Tag“ wirkt sich bei dem Versuch, eine angenehme Atmosphäre herzustellen, sehr positiv aus.

Namen

Der Nachname steht in Korea an erster Stelle, dann folgt der Vorname. Lassen Sie sich nicht irritieren, die meisten Koreaner heißen mit Familiennamen Kim, Park oder Lee, ohne dass sie miteinander verwandt sind.

Gastgeschenke

Koreaner freuen sich über einen Gruß aus Deutschland. Hochwertige Alkoholika, etwa ein guter deutscher Schnaps, sowie Bierseidel, Füller, Porzellan, klassische CDs und – wenn man weiß, dass die zu beschenkende Person Englisch oder Deutsch spricht – auch ein Bildband über Deutschland sind gute Gastgeschenke. Nicht geeignet sind Messer oder Uhren.

Visitenkarten

Zweisprachige Visitenkarten – eine Seite in koreanischer Schrift – sind sehr empfehlenswert. Im hierarchisch geprägten Korea dienen Visitenkarten vor allem zur Einordnung des Gegenübers, da grundsätzlich versucht wird, auf gleicher Ebene zu kommunizieren. Deshalb kommt der Wahl des Titels eine große Bedeutung zu. Um mit einem Entscheidungsträger wirklich verhandeln zu können, benötigen Sie eine vergleichbare Position in Ihrem Unternehmen.

 

 

Liaison Officer

Um erfolgreich in Korea zu verhandeln, sollten Sie einen Kontaktmann vor Ort hinzuziehen, der Sie bei potenziellen Kunden einführt. Wer Unternehmen direkt anspricht, für den sind die Erfolgsaussichten äußerst gering. Der Verbindungsmann, auch „Liaison Officer“ genannt, kann als „Türöffner“ fungieren und Zusammentreffen arrangieren. Außerdem lässt er sich als Vermittler einsetzen, der informelle Botschaften überbringt, die aus Gründen der Gesichtswahrung nicht am Verhandlungstisch diskutiert werden können. Es ist auch möglich, über die Außenhandelskammer einen Erstkontakt herzustellen.

 

Konfuzius

Die Wertevorstellungen und das Verhalten der Koreaner basieren stark auf dem Konfuzianismus. Diese rund 2.500 Jahre alte philosophische Deutung der Welt beschreibt die Stellung des Einzelnen in der Gemeinschaft und die Verpflichtungen des Individuums gegenüber anderen Menschen. Zum Grundkonzept des Konfuzianismus gehören unter anderem der Respekt vor dem Alter, das Senioritätsprinzip und ein für die europäische Denkweise extrem ausgeprägtes Hierarchiebewusstsein.

 

 

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So gelingt der sympathische Gesprächseinstieg in Südkorea

Gespräche beginnen mit dem längeren Austausch von Höflichkeiten. Nicht selten werden Ausländer schon nach kurzer Zeit sehr direkt nach Alter, Verdienst, Religion oder ihren Familienverhältnissen gefragt – das gilt als ehrliches Interesse und sollte nicht als übertrieben neugierig oder unhöflich gewertet werden. Es dient dazu, ihren Status zu ermitteln, um Ihnen den nötigen Respekt zu zollen. Antworten Sie möglichst kurz und präzise. Während eines Gesprächs sollten Sie auf eine zurückhaltende Mimik und Gestik achten. Reden Sie nicht zu schnell und zu laut. Dem ersten Eindruck kommt in Korea eine große Bedeutung zu. Seien Sie höflich und bescheiden, ohne zu untertreiben. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen, bleiben Sie dabei aber realistisch und verlieren Sie sich nicht in Details.

Der Ablauf von Besprechungen

Verhandlungen in Korea dauern gewöhnlich lange. Planen Sie deshalb Zeitreserven ein. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden in Besprechungen mit südkoreanischen Geschäftspartnern. Treten Sie niemals zu laut oder zu fordernd auf. Um ein angenehmes Gesprächslima herzustellen, sollte die Kommunikation höflich und harmonisch geführt werden. Kritik oder negative Äußerungen sind zu vermeiden. Koreaner sind zähe und gerissene Geschäftspartner. Lassen Sie sich von ihrer Freundlichkeit nicht täuschen. Auch wenn sie in Gesprächen meist zurückhaltend und reserviert agieren, muss man mit Wutausbrüchen rechnen. Wenn Sie in geschäftlichen Verhandlungen in eine hitzige Situation kommen, bleiben Sie gelassen und defensiv, ohne notwendigerweise von Ihrem Standpunkt abzurücken.

 

Die richtige Verhandlungstaktik

Koreanische Manager verhandeln zäh und sind dabei durchaus temperamentvoll. Das unterscheidet sie von anderen Asiaten. Sie sollten am Anfang der Verhandlungen ein Angebot machen, das Raum für Zugeständnisse lässt. Das werden Ihre koreanischen Geschäftspartner ebenfalls tun. Legen Sie Ihren Spielraum im Vorfeld unbedingt fest und machen Sie nicht zu früh Konzessionen, das wird gnadenlos ausgenutzt und schmälert Ihr Ansehen. Sie gelten dann als weich und unprofessionell. In Korea ist die Person, die verhandelt, in der Regel nicht diejenige, die entscheidet. Das ermöglicht Ihren koreanischen Geschäftspartnern, sich ohne Gesichtsverlust von ungünstigen Zwischenergebnissen zu distanzieren und die Verhandlungen an jedem beliebigen Punkt wieder aufzunehmen. Wenn möglich, gehen Sie genauso vor und trennen Sie – oder tun Sie zumindest so – die Person des Verhandlungsführers von der des Entscheidungsträgers.

Gesichtsverlust

Bringen Sie Ihren koreanischen Gesprächspartner nie in Verlegenheit, indem Sie ihn öffentlich kritisieren oder vor anderen bloßstellen. Auch ein klares „Nein“ gilt als sehr unhöflich und führt bei Ihrem Gegenüber zu einem Gesichtsverlust. Deshalb drücken sich Koreaner auch nicht direkt aus, sondern umschreiben die Ablehnung von Vorschlägen. Eine Floskel wie „Wir werden den Vorschlag prüfen“ oder “Wir werden es versuchen“ bedeutet in den allermeisten Fällen eine Absage.

Sprachprobleme

Als Verhandlungssprache ist Englisch zwar weit verbreitet. Sie sollten sich aber nicht darauf verlassen, dass Ihr Gegenüber Sie auch tatsächlich verstanden hat – selbst wenn er nickt. Sprechen Sie langsam und deutlich und wiederholen Sie die wichtigsten Punkte. Viele ältere Koreaner beherrschen die englische Sprache nicht. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Dolmetscher mitbringen.

 

Gruppenzugehörigkeit

Neben der Familie spielt die Zugehörigkeit zu verschiedenen Gemeinschaften für Koreaner eine sehr wichtige Rolle. Diese Gruppenbeziehungen – etwa zu Personen, mit denen man dieselbe Universität besucht oder in derselben Militäreinheit gedient hat – sind ein wesentliches Element der koreanischen Kultur. Ausländern wird nur sehr selten Zugang zu diesen Kreisen gestattet, und als vollwertiges Mitglied werden sie nie akzeptiert.

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Das Geschäftsessen

Ein wichtiger Teil des geschäftlichen Miteinanders findet in Korea in Restaurants und Bars statt. Dort werden Beziehungen nicht nur aufgebaut und gepflegt, sondern auch darüber entschieden, ob Sie als vertrauenswürdig und ehrenhaft anzusehen sind und ob man mit Ihnen Geschäfte machen soll. Das „Kibun“, das Sichwohlfühlen, trägt wesentlich zu einem erfolgreichen Abschluss bei. Viele Probleme, die am Verhandlungstisch unüberwindbar schienen, weil eine Seite hätte nachgeben müssen und damit ihr Gesicht verloren hätte, können hier gelöst werden. Ein solcher Abend kann lang werden, denn häufig zieht die ganze Gesellschaft aus dem Restaurant direkt in eine Karaoke-Bar weiter. Koreaner lieben „Norebang“ (koreanisch für Karaoke). Stellen Sie sich darauf ein, mitsingen zu müssen.

 

Koreanische Tischsitten

Beim gemeinsamen Essen mit Ihren koreanischen Geschäftspartnern lauern einige Fettnäpfchen, die Sie möglichst umschiffen sollten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Koreaner essen in Restaurants gerne auf erhöhten Bereichen, vor deren Betreten die Schuhe ausgezogen werden müssen. Dort sitzt man auf einem Kissen auf dem Boden und darf seinem Gegenüber auf gar keinen Fall die Füße unter dem Tisch entgegenstrecken. Die in Korea so wichtige Hierarchie spiegelt sich auch bei Tisch wider. Nur dem Ranghöchsten ist es gestattet, mit dem Essen anzufangen. Als Gast sollten Sie immer warten, bis jemand anderes damit beginnt.

Üblicherweise bestellt der das Essen, der eingeladen hat, und bezahlt es dann auch. Getrennte Rechnungen sind in Korea nicht üblich. Auch Trinkgelder sind in Südkorea unüblich, weil sie häufig bereits durch eine Servicepauschale im Preis inkludiert sind. Wenn man sehr zufrieden ist, kann man ein Trinkgeld geben, sollte dann aber darauf achten, dass es keinesfalls wie ein Almosen wirkt.

Zum Essen, bei dem alle Gänge zur gleichen Zeit serviert werden, verwendet man Stäbchen, die immer zusammen benutzt werden. Ein absoluter Fauxpas ist es, Stäbchen aufrecht in den Reis zu stecken, da dies an Opferzeremonien für Verstorbene erinnert. Nach Beendigung der Mahlzeit können die Stäbchen auf die Reisschale oder neben sich auf den Tisch gelegt werden.

Beim Trinken sollte man beachten, dass sich in Korea nie selbst eingeschenkt wird. Seinem Tischnachbar das Glas aufzufüllen, gilt als Geste der Aufmerksamkeit, die Sie auch selbst ausführen können. Wird einem ein Getränk angeboten, hält man sein Glas mit zwei Händen dem Einschenkenden entgegen. Stößt man mit älteren Personen an, sollte das Glas niedriger als das des anderen sein. Beim Zuprosten schaut man sich nicht in die Augen.

Alkoholkonsum

Alkohol wird in der Republik Korea gern und viel getrunken. Koreaner konsumieren statistisch gesehen weltweit den meisten Alkohol. Da es für Männer als unfreundlich gilt, nicht mitzutrinken, herrscht ein gewisser Trinkzwang, dem Sie sich nur durch zwei Entschuldigungen entziehen können: Akzeptiert werden religiöse und medizinische Gründe. Für Frauen gilt das nicht. Sie sollten in Korea am besten auf Alkohol verzichten.

Nationalgericht

Die Menschen in Korea sind besessen von Kimchi. Das Nationalgericht, ein vergorener Kohl, der zu jeder Mahlzeit gereicht wird, riecht nicht sonderlich angenehm, schmeckt aber unglaublich gut. Außerdem ist Kimchi sehr gesund, und die Koreaner schwören darauf als Wunderheilmittel gegen Parasiten und Darmkrankheiten sowie als Schönheitselixier für die Haut.

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Unsere Restaurant-Tipps für Seoul

Traditionell
Ein beliebtes Restaurant für traditionelle koreanische Küche in Seoul ist das Balwoo Gongyang. Hier gibt es nicht nur sensationell leckeres Essen, sondern auch einen tollen Blick auf den benachbarten Tempel, der nachts angestrahlt wird.

Buffet
Mit 500 Plätzen ist 63Buffet Pavilion das größte Büfett-Restaurant in Südkorea und eines der besten der Stadt. Mit 200 verschiedenen Gerichten ist die Auswahl riesig. Neben koreanischen, chinesischen und japanischen Spezialitäten werden auch westliche Speisen angeboten.

Französisch
Eine Top-Adresse in der südkoreanischen Hauptstadt ist das Pierre Gagnaire à Séoul. In dem erstklassigen Restaurant im 35. Stock des noblen Lotte Hotels genießen Sie nicht nur eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt, sondern auch feinste, französische Gourmetküche nach den Kreationen von Starkoch Pierre Gagnaire.

Vegetarisch
Köstliche vegetarische Gerichte, inspiriert von buddhistischen Tempeln, in denen der Inhaber viele Jahre als Mönch lebte, werden im Sanchon serviert. In dem stilvoll eingerichteten Restaurant stehen viele verschiedene Gerichte zur Auswahl.

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